Mode der 50er Jahre

Schenkung Else und Ingeborg Heiliger

This exhibition is documented in German only.

Ein unerwartetes und üppiges Geschenk erhielt das Museum für Angewandte Kunst aus Kölner Privatbesitz: 16 Beispiele eleganter Damenmode, vorwiegend aus den 50er Jahren. Die heute 95 Jahre alte Stifterin Else Heiliger konnte sich erst vor kurzem von diesen kostbaren Teilen trennen. Sie hat sie in all den Jahren sorgfältig aufbewahrt und gepflegt, als Erinnerungsstücke, aber auch als Zeugnisse des gestalterischen und modeschöpferischen Niveaus ihrer Entstehungszeit. So befinden sich die Nachmittagskleider für Sommer und Winter, die Cocktailkleider, die prächtigen Abendroben, in einem hervorragenden Erhaltungszustand und sind im wahrsten Sinne des Wortes museumswürdig. Else Heiliger und ihre Tochter Inge hatten sie allenfalls zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Bällen und Empfängen getragen. Im Museum für Angewandte Kunst bereichern sie nun die Modesammlung, von Februar bis Juni in einer schönen Inszenierung für alle sichtbar. Wie so oft, sind auch in diesem Fall nur die besonders wertvollen, meist aus feinsten Stoffen, oft nach Couturier-Entwürfen aufwendig gearbeiteten Kleider erhalten geblieben. Obwohl sie als Einzelstücke unverwechselbar scheinen, lassen sich an ihnen die typischen Modeentwicklungen und diversen Stilrichtungen dieses aufregenden Jahrzehnts ablesen. Die Frauen der Nachkriegszeit sehnten sich wieder nach verschwenderischen Stoffmengen, einfallsreichen Schnitten, Luxus und Eleganz. Und die Modeschöpfer ließen sich nur all zu gern auf diese Wünsche ein. Sie betonten die weibliche Silhouette, ließen die Säume fallen und die Röcke schwingen oder sich wie ein Etui um den Körper schmiegen. Die Vielfalt der Muster und Farbkombinationen schien unerschöpflich zu sein. Für Else Heiliger und ihre Tochter Inge war in jungen Jahren Modebewusstsein sozusagen Pflicht, denn die Familie besaß seit 1936 ein renommiertes Einzelhandelshaus für die gehobene Damenkonfektion auf der Hohe Straße 111, A. Heiliger & Co. Dieses Label taucht wiederholt auch in den Kleidern der Schenkung auf. Im Krieg gingen die Geschäftsräume in der Kölner Altstadt verloren. Nach Kriegsende gelang es dem Unternehmen trotz aller Anstrengungen, Investitionen und Einsparungen nicht, sich wieder fest im Kölner Geschäftsleben zu etablieren; die Firma erlosch am 14. Juli 1961. Somit dokumentiert die Ausstellung auch ein Stück Kölner Geschichte.