Falko Marx. Schmuck 1966 bis 2009

29. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010

Falko Marx, Brosche

Falko Marx (geb. 1940) ist seit vielen Jahren sicherlich der bedeutendste Schmuckkünstler aus Köln; er ist weltweit renommiert und in wichtigen internationalen, öffentlichen wie privaten Sammlungen mit herausragenden Arbeiten vertreten. Das Museum für Angewandte Kunst besitzt drei Arbeiten seiner Hand. Nach seinem Studium an den Kölner Werkschulen, wo er als Schüler der legendären Kölner Goldschmiedin Elisabeth Treskow tief in die Geschichte der Schmuckkunst, ihrer Techniken und historischen Erscheinungsformen, eingetaucht ist, entwickelt er ein radikal innovatives eigenes Oeuvre. Ohne die Basis des perfekt beherrschten Handwerks zu verlassen und mit den materiellen Mitteln großer Goldschmiedekunst hat er es schon früh vermocht, viele althergebrachten Vorstellungen von Schmuck und Schmücken kreativ zu hinterfragen und zu unterlaufen. Antike Glyptik und archäologische Fundstücke, aber auch triviale Alltagsgegenstände wie Konservendosendeckel, Puzzleteile oder Wackelbilder werden integriert und auf überraschende Weise künstlerisch verfremdet, vervollständigt oder interpretiert. Im Kreise avantgardistischer Kölner Künstler entwickelt er seit den 60er Jahren eigene Varianten des objet trouvé und der arte povera. In seinen manchmal herausfordernden, oft erzählerischen und bildhaften, nicht selten auch ausladenden und manchmal pseudoreligiösen Arbeiten schafft er bisweilen fetischhafte Kultobjekte, die gleichwohl herausragende Qualitäten als Schmuck besitzen. Bemerkenswerteste Entwicklung, neben den Dosendeckelbroschen, sind vielleicht seine Wasser-Ringe, in dessen Schalen sich Goldkügelchen, Edelmetallnadeln und Edelsteine, teilweise über darunterliegenden Bildern, frei flottierend bewegen und eine eigene Variante der Kinetik im Schmuck definieren.
Gezeigt wird ein vom Künstler selbst gewählter repräsentativer Querschnitt durch das Lebenswerk mit rund 60 Arbeiten aus allen Schaffensperioden. Parallel zur Ausstellung wird, als erste monographische Publikation überhaupt, ein prächtiger, bibliophiler Bildband über das Schaffen des Künstlers angeboten.